Das Sumpfland

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Überlieferte schriften der Kanzlei zu Drögenpütt

Das zugängliche Dorf Drögenpütt

Im Jahre 1 v. d. Wiedervereinigung wurde die Stadt nahezu dem Erdboden gleich gemacht. Die Fremden liesen stellvertretend für das Gesamte Land Ansiedlung nieder machen. Es war das einzige Dorf das ausserhalb des Sumpfalndes lag. Die Kanzlei Morgenrot ist das einzige Gebäude das nicht in Schutt und Asche liegt. Die Fremden erkannten den nutzen des Gebäudes. An den Wänden der Kanzlei ist die Karte jedes Landes des Fünfländerecks eingebtet abgesehen von Nagenranft selbst.

Anschließen zogen die Fremden Nordwärts, gegen Hohenlob.

Das Dorf Drögenpütt heute, wird größten teils durch Glücksritter, Abenteurer und anderen umherstreifenden belebt. Die Kanzlei steht noch immer und wird wieder durch Nagenranfter verwaltet.

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Überlieferte schriften der Kanzlei zu Drögenpütt

Rehmagen die östlichen Sumpfansiedlungen sind ein sehr abgelegener teil des Fünfländerecks. Umgeben von Bergen tief im Wald, leben die Bewohner in Hängenden Dörfern. Dort wo gelebt wird, dort wird nichts angebaut. Das Volk fühlt sich am sichersten über Weichem Boden auf dem es nicht möglich ist zu laufen. Die Felder liegen ausserhalb, schwer zu finden, erst recht weil kein rauch eines Kaminfreues einen hinweis spenndet. Die Wege aus den Sumpfdörfern führt über Hängebrücken hinaus und hinein.

Kein Mensch und kein Tier stört das Leben hier.
Doch macht es die Arbeit nicht leicht,
nur der Nagenranfter kennt den Preis.

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Überlieferte schriften der Kanzlei zu Drögenpütt

Rühren die westlichen Sumpfansiedlungen

Die Westlichen Sumpfansiedlungen sind schwer durch die das Sumpfige Land zu erreichen. Felder und Behausungen liegen nahe beisammen. Das Volk hier besitzt nicht viel und kommt gerade so über die Runden. Es sind die ärmsten ganz Nagenranfts. Sie kennen es nicht anders und sind somit in ihrem da sein nicht unglücklich. Vor allem die Geschichten sind es die hier die Tradition mit dem Praktischem Alltag und steten weiter machen verbinden.

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Käfer die Scheinhauptstadt

Käfer oder im Fünfländeeck überlich auch Aether ausgeprochen ist ein verlassener Goblinbau. Früher hausten hier eins die Goblins. Das war schlimm genug und die Alten erzählen gern aus von dieser Zeit, doch die Goblins waren plötzlich fort. Hühtet euch Kinder, Junge und alte Leut, ja sogar die Abenteurer und Glücksritter sollen gewarnt sein! Was die Goblins Kampflos ziehen lässt, ist etwas dem man nicht in die Augen sehen will! Kein Wanderer und auch kein Aufklärungstrupp kehrte je zurück. So spart euch alle Märchen um diesen Ort, meidet ihn einfach nur. Genug der Warnung, den sollte es irgendwem gelingen von dort zurück zu kehren. Meldet euch umgehend bei der Kanzlei zu Drögenpütt!

Als ein teil der Fremden Arme in den Aether
maschierte kehrten auch diese nicht mehr zurück.
Nicht einmal ein Späher konnte bericht erstatten.

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Krähen die Sagenumwobene Hauptstadt Nagenranft's

Wunderbar und Wundersam sind die Geschichten um eine Hauptstadt Nagenranfts in dem die Bewohner, ohne Hunger zu Leiden leben können. Sie soll allen Gefahren durch Krieg und Krankheit trotzen und nie etwas von sich Preis geben. Die Stadt kommt in jeder guten Nagenranfter Geschichte vor, zumindest am Rande erwähnt. Es lässt die Bewohner hoffen, wie der Glaube an einen Gott.

Irgendwann werden wir alle gemeinsam
nach Krähen ziehen und dort zufrieden leben.
Das Nagenranfter Volk.

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Der Zwinger und die Grenzwächter

Fünf hohe Türme ganz und gar aus Schwarzem Stein, ragen in einer Reihe nahe zum Himmel hinauf. Der erste der Türme soll nun schon seit 400jahren über die Grenzen und Zentrum Nagenranfts Wachen. Heute stehen Sie allesamt einsam und verlassen, zwischen den Westlichen und Östliche Sumpfland. Sie ziehen die Grenze zwischen dem Pflanzen reichem Fünfländereck und der kragen einsamen weite die sich im Osten erstreckt.
Ein Grenzwächter ist nur selten bei den Schwarzen Türmen zu erblicken, Sie leben in kleinen verstecketen Waldhütten. Doch sollte Naganranft einmal in Bedrohung geratten, so soll an diesen Türmen die entscheidene Schlacht stattfinden.

Part I

Miegel war ein kleiner Junge, zählte vielleicht zehn Sommer. Zählen. Darin war er gut. Und kannte kaum Grenzen, zumindest für seinen kindlichen Verstand. Zählen, ja. Was jedoch nicht bedeutete, dass er alle Zahlen kannte. Doch wenn er mal nicht wusste, wie die Zahlen weitergingen, so erfand er einfach neue.

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Dabei zählte er nicht etwa falsch, oh nein. Miegel verzählte sich nie. Nur die Namen und Zeichen für die Zahlen, die waren anders. Wenn er mal nicht wusste, wie die nächste Zahl hieß, dann erfand er einfach eine neue Zehnerstelle selbst. Manchmal lernte er die richtigen Bezeichnungen nachträglich.

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Außerdem schrieb er alles auf. Nicht auf Papier oder einem Buch, sondern er ritzte Zeichen in die Bäume. So konnte man verfolgen wie er zählte, wenn man denn die Zeichen zu lesen wusste. Stunden, Tage, Monate, sein Alter… all das zählte er. Mit den Dingen, die er zählen konnte.

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Part II

Am Ende dieses zehnten Sommers zählte er über eintausend Leichen seit der Krankheit. Seit eintausendzweihundertfünf Leichen war er nun Leichenschlepper. Auf den Friedfeldern entstanden mittlerweile Hügel, manche so schwer, das sie unter ihrem eigenem Gewicht rutschten, zusammensackten. Manchmal ordnete Miegel dann die armen Toten wieder neu. Meistens nicht. Eintausendzweihundertsechs. Natürlich war es nicht richtig, eine Leiche mit einer anderen zu bedecken. Noch sie zu tief zu begraben. Man legte sie in das sumpfige Grase, sodass sie in den Himmel blicken konnten, mit ihren Augen aus Holzscheiben, die man ihnen gab. Bis zum Schluss, bis sie ganz von Erde, Tier und Zeit verschlungen wurden.

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Früher konnte man die Toten noch an die Bäume hängen, auf das die Toten nur von Vögeln gefressen wurden. So das der Leib auch stück für stück den Himmel empor steigen konnten. Doch diesen luxus an Platz, kann man sich aus mangel an Bäumen zu heutigen Tagen nicht mehr erlauben. Da es in diesem teil der Welt kein Baum mehr Platz bot. Doch jeder der einem Leichen schlepper eine Leiche gab glaubte daran das der Körper in den Himmel kommt, zumindest die Seele. Haupt Sache weg mit der Leiche, aus den Augen aus den Sinn. Schließlich trauert man nicht bei den toten Körpern, die fernab wieder zu ihrem Land wurden. Man trauert um den Menschen, nicht die Hülle. Die war alsbald verschwunden, heut zu Tage bis auf wenige ausnahmen alle verschlungen von der weichen Erde, die jeden nimmt, der zu lange an einer Stelle verweilt, und als dankbare Gabe an die Wesen der Wälder.

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Eintausendzweihundertsieben.

Doch es gab einfach zu viele der Toten in den letzten Tagen. Sie lagen nun aufeinander, und Zeit und Elend taten ihr Übriges. Auch die Leichenschlepper wurden krank. Miegel machte ein Zeichen und schichtete sie auf Bauern, Schmiede, Bettler und Adelige. Nur Miegel nicht. Miegel wurde nie krank. Eintausendzweihundertsiebenundachzig. Ein Köhler, das war ein angesehener Mann, verglichen mit den hageren und fahlen Gestalten, die sich mit dem durchbrachten, was sie sich zu nehmen wagten. Doch dafür lebte ein Leichenschlepper unbehelligt, beinahe friedlich. Die Zeichen wurden mehr, und mit jedem neuen Friedfeld, das Miegel anlegte, kamen bereits neue. Noch mehr Holzscheiben. Er musste sich strecken, um die höheren Äste der Bäume zu erreichen, um sie zu schneiden.

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Part III

Zweitausendneunhundertvierundneunzig.

Der Krankheit folgte der Krieg. Miegel konnte die Entwicklung beobachten und begnügte sich damit, die Toten, wenn sie ihm gebracht wurden, zu sammeln und zu zählen und zur Ruhe zu betten. Das gesamte Grenzland und viele Flächen im Inland waren nun, mehr oder weniger, Friedfelder. Sie brachten jede Leiche aus allen vier Himmelsrichtungen in das verheerte Land, denn so müssten sie nicht den Weg nach Hause gebracht werden. Sie wurden hingelegt, das Tuch über ihre Körper und die Holzaugen, die gen Himmel starrten. Vergraben wurde niemand. Miegel wusste, wenn man jemanden zu tief begrub, ohne dass die Erde ihn selbst nahm, so würde er später bis in die Unterwelt gesogen. Wer jedoch in das Himmelreich wollte, der sah in den Himmel. Doch das haben die meisten vergessen.

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>Dreitausendachthundertsechszehn.

Miegel hatte angefangen, sich einige der Leichen genauer anzusehen. Die wenigen, die wie er noch Leichenschlepper waren, hielten sich fern von ihm. Doch er wurde nie krank. Sie begannen ihn zu faszinieren und in ihm keimte ein Bewusstsein dafür, wie ein Körper aufgebaut war. Er wusste, was er irgendwann mal werden wollte, tun wollte, wenn er fertig war. Wenn die letzte Leiche zur Ruhe gebettet worden war. Doch er kannte keinen Namen, und die stummen Körper erzählten es ihm natürlich nicht.

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Dreitausendachthundertsiebzig.

Das machte nichts. Für ihn waren Namen auch nicht von Bedeutung. Er lernte trotzdem von ihnen. An der Schwelle zu seinem dreizehnten Sommer gab es keine Leichenschlepper mehr, außer ihm. Dann kam es auch zur größten Schlacht, die er je erlebt hatte, vielleicht sogar der größten Schlacht, die es je gab. Die Völker aus dem Norden kämpften gegen die Menschen des Südens. Das Grenzland war ihr Schlachtfeld.

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Part IV

Fünftausendsechsunddreißig.

Alsbald kam der Regen. Ein Regen, als weinte Gott selbst. Früher sagte man den Leichenschleppern nach, sie seien gottlos, ohne jeden Glauben. Das stimmte natürlich nicht. Miegel glaubte wie alle Leichenschlepper, das Wasser Gott war und nannte es dennoch Wasser. Der Boden war immer feucht und weich und es war immer nass, wenn die Leichen verschwanden. Nun jedoch sah bald niemand mehr die Sonne durch seine Holzscheibenaugen. Krieger lagen auf Adligen, Bauern auf Bettlern, Diebe auf Königen. Der Regen kam und nahm alle mit, der Boden sackte ein und die Leichen wurden Boden. Doch es waren so viele, das der Platz nicht für alle reichte.

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Neuntausendachtzehn.

Alsbald brauchte niemand mehr einen Leichenschlepper. Niemand sah mehr das Licht, wenn er tot war, denn alsbald wurde jemand anderes auf ihn abgelegt. Noch während der Krieg tobte starb die Hoffnung, bis zum Ende die Sonne, den Himmel zu sehen. Seit seinem dreizehnten Sommer regnete es im Grenzland nahezu ununterbrochen. Die Lebenden begannen, ihre Toten zu verscharren, zu vergraben, zu verbrennen, denn das Wasser brachte ihnen ansonsten nur Krankheit und Leid. Nur Miegel blieb und zählte, was übrig blieb. Der Gott der Leichenschlepper hatte Erbarmen mit seinem letzten Kind und kam herab, bis niemand mehr da war, um zu kämpfen. Die Friedfelder, die nun das Grenzland ausmachten, wurden vom Moor verschluckt. Ihr Andenken und ihre Zahlen waren alsbald von jedem außer Miegel vergessen. Die Lebenden gingen ihren neuen Riten, ihren neuen Glauben nach und das alte Zeitalter wich einem neuem.

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Neuntausendneunhundertneunungneunzig.

Der Beruf des Leichenschleppers ging verloren, doch nicht die Toten. In den Mooren und Sümpfen, zwischen zehntausend Bächen, Tümpeln und Senken, festigten die wenigen Menschen des Grenzlandes ihr Leben. Manchmal verirren sie sich. Manchmal sehen sie ihn und fragen ihn, wer er sei. Wie alt er sei. Keiner wussten etwas mit der Zahl anzufangen, die er ihnen dann nannte.

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Part V

Manchmal, ganz manchmal, unterhielt er sich mit den Lebenden. Er erzählte ihnen, wie wichtig das Wasser sei, und das der Körper beinahe ganz aus Wasser bestünde. „Das Göttliche ist in uns allen.“ Er erzählte manchmal von Geschichten, davon, dass das Land, auf dem sie lebten, das Erbe all jener war, die hier ihr Leben gelassen haben. Dann verschwand er wieder im Moor, und folgte seinen Zeichen, während er immer wieder zählte.

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Zweihunderttausendunddreizehn. Manchmal, auch heute noch, meinen einige Menschen, sich mit einem hageren, bleichen Jungen zu unterhalten.

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„Sie mögen uns Nagenranfter nennen, und arm an irdischen Reichtümern sind wir auch. Doch das bedeutet nichts mehr als eben das.“ Und, wenn man ihn fragt, wer er sei und woher er komme, antwortet er: „Wer wissen will, was einst war, der kann fragen. Wer nach dem woher fragt, der folgt den Zeichen, die ich gemacht habe, als ich zählte. Aber vertraut nicht jedem alten Zeichen, denn ich war noch jung und habe mich selbst manches Mal nicht verstanden.

Ende